Der Protektionismus hat in den vergangenen 18 Jahren zugenommen. Industrie- und Schwellenländer setzen laut dem Ökonomen Lars Feld auf Zölle, nichttarifäre Handelshemmnisse, Subventionen und Industriepolitik, um ausländische Wettbewerber von ihren heimischen Märkten fernzuhalten.

Zu den jüngsten Beispielen zählen die US-Zollpolitik, die umfangreichen chinesischen Subventionen in für Industrieländer wichtigen Sektoren sowie die Handels- und Industriemaßnahmen der Europäischen Union. Feld sagt, die EU stelle ihren Ansatz als Reaktion auf veränderte Bedingungen dar, er ziele aber häufig schlicht darauf ab, die Kosten für ausländische Wettbewerber zu erhöhen.

Die Ausbreitung des Protektionismus ging mit einer Verschärfung internationaler Rivalitäten einher. Feld verweist auf den zunehmenden chinesischen Druck auf südostasiatische Länder wegen der Ansprüche im Südchinesischen Meer, die eskalierenden Spannungen entlang der chinesisch-indischen Grenze sowie Russlands Annexion der Krim und Besetzung von Gebieten im Donbas im Jahr 2014. Russlands Krieg gegen die Ukraine eskalierte im Februar 2022.

Außerdem nennt er die vom Iran unterstützten Stellvertreterkonflikte im Nahen Osten, die im Massaker der Hamas an Israelis im Oktober 2023 gipfelten. Feld sagt, China versuche, sein Gesellschaftsmodell als wertebasierte Alternative zu westlichen liberalen Demokratien darzustellen. Zugleich hätten chinesische und russische Spionage, Desinformation in sozialen Medien und hybride Kriegsführung in Europa zugenommen. Seiner Einschätzung nach werden die letztgenannten Aktivitäten hauptsächlich von Russland betrieben.

Quellen: Handelsblatt.