Die digitale Transformation der gemeinschaftlichen Mehrwertsteuer (MwSt) tritt mit der Umsetzung des ViDA-Pakets (VAT in the Digital Age) in eine neue Phase ein. Diese europäische Intervention konzentriert sich auf drei Hauptbereiche, um die Steuersysteme in den Mitgliedstaaten zu modernisieren.
Die erste Richtung betrifft die Digitalisierung von Rechnungsstellungspflichten und der Kommunikation von MwSt-Daten. Dies umfasst die schrittweise Einführung eines europäischen Systems auf Basis strukturierter elektronischer Rechnungen sowie die digitale Übermittlung von Informationen über grenzüberschreitende Vorgänge. Der zweite Bereich betrifft digitale Plattformen, bei denen ihre Rolle bei der Steuererhebung in bestimmten Fällen geklärt und erweitert wird. Der dritte Pfeiler befasst sich mit der Ausweitung vereinfachter MwSt-Regime, insbesondere des One Stop Shop (OSS) und des Import One Stop Shop (IOSS), mit dem Ziel, die Notwendigkeit einer steuerlichen Identifizierung in mehreren Ländern zu reduzieren.
Die Reform wird nach einem gestaffelten Zeitplan angewendet. Die ersten Änderungen sind ab dem 1. Januar 2027 wirksam. Nachfolgende Maßnahmen sind für 2028 und 2030 geplant, die einen größeren Einfluss auf die elektronische Rechnungsstellung, Plattformen, die Kurzzeitvermietungen und den Personennahverkehr vermitteln, sowie auf die Abwicklung grenzüberschreitender Vorgänge haben werden.
Was Italien betrifft, so wird derzeit die Richtlinie (EU) 2025/516 in das nationale Steuersystem übernommen. Diese Richtlinie legt fest, dass die Mitgliedstaaten die in Artikel 2 vorgesehenen Maßnahmen ab dem 1. Januar 2027 anwenden müssen und dabei eine Koordination mit dem italienischen MwSt-Gesetz (Testo Unico IVA) sicherstellen.
Quellen: Il Sole 24 Ore Italia.