Laut vorläufigen Daten, die das italienische Statistikinstitut Istat am 30. Oktober 2026 veröffentlichte, stieg die jährliche Inflationsrate in Italien im Oktober auf 5,4 %, ein signifikanter Sprung gegenüber den 4,2 %, die im September verzeichnet wurden. Dieser Wert stellt das höchste beobachtete Inflationniveau seit August 2023 dar und übersteigt den Marktkonsens, der einen Anstieg auf 4,7 % vorhergesagt hatte. Die monatliche Inflationsrate für diesen Zeitraum liegt bei 0,9 %, wobei die endgültigen offiziellen Daten für den 17. November geplant sind.

Die Beschleunigung der Preisniveaus wird weitgehend auf steigende Kosten im Energiesektor zurückgeführt, die sich von 22,6 % auf 31,4 % im Jahresvergleich erhöhten und anhaltende internationale geopolitische Spannungen widerspiegeln. Innerhalb dieser Kategorie verzeichneten regulierte Energiepreise einen dramatischen Anstieg: Der Strompreis im geschützten Markt sprang von 9,7 % auf 60,2 %, während Erdgas von 47,0 % auf 56,8 % anstieg. Auch die nicht regulierten Energiekosten stiegen, insbesondere bei Heizöl, das 45,6 % erreichte, und Transportdiesel, der 37,7 % betrug. Im Gegensatz dazu zeigte sich bei den Benzinpreisen eine leichte Verlangsamung des Wachstums, da sie von 21,8 % auf 19,4 % fielen, was wahrscheinlich auf Preisobergrenzen zurückzuführen ist, die einige Unternehmen bis Ende Dezember eingeführt haben.

Neben der Energie breiten sich inflationäre Druckkräfte auch auf andere Sektoren aus, insbesondere auf Lebensmittel und Transportdienstleistungen. Die Kosten für unverarbeitete Lebensmittel stiegen von 5,5 % auf 7,5 %, getrieben durch höhere Preise für Gemüse, Knollenfrüchte, Bananen, Hülsenfrüchte und Obst. Die Preise für verarbeitete Lebensmittel zeigten eine leichte Mäßigung ihres Abwärtstrends, verzeichneten jedoch immer noch einen monatlichen Anstieg. Auch Transportdienstleistungen trugen zum Anstieg bei, wobei die Kosten von 1,6 % auf 3,1 % kletterten. Folglich beschleunigte sich der „Einkaufswagen“-Index, der Lebensmittel und Haushaltswaren ohne Kraftstoffe abdeckt, von 1,5 % auf 2,5 %, während der Index für häufige Käufe, einschließlich Kraftstoffen, von 5,2 % auf 5,8 % anstieg.

Die Kerninflation, die volatile Energie- und frische Lebensmittelkomponenten ausschließt, stieg von 1,6 % auf 2,0 %. Betrachtet man das gesamte Jahr, liegt die akkumulierte Inflationsrate für 2026 nun bei 3,4 %, unter der Annahme, dass die Preise für den Rest des Jahres stabil bleiben. Dieser Wert übersteigt die Schätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) von Mitte Oktober von 3,3 % für die gesamte jährliche Inflation.

Quellen: Il Sole 24 Ore Italia.