Während sich die öffentliche Debatte über künstliche Intelligenz in Europa oft auf Rechenleistung, Kapitalverfügbarkeit und regulatorische Rahmenbedingungen konzentriert, identifizieren die in diesem Bereich tätigen Unternehmen andere primäre Hindernisse. Laut Daten der am 30. Oktober 2026 veröffentlichten AI 100-Umfrage von Sifted sind die Einstellung qualifizierter Mitarbeiter und die Sicherung von Abnehmern die beiden drängendsten Herausforderungen für diese Startups.
Die Umfrage unterstreicht eine wachsende Besorgnis hinsichtlich finanzieller Ressourcen, wobei die Finanzierung auf der Liste der Sorgen weiter nach oben rückt. Dennoch bleibt die Talentgewinnung das dominierende Problem. Die Daten zeigen, dass 95 % der Befragten die Einstellung als ein großes Hindernis nennen, wobei 16 % spezifisch Schwierigkeiten bei der Suche nach spezialisierten KI-Ingenieuren angeben. Diese Verknappung wird durch den Wettbewerb etablierter Tech-Giganten und anderer Sektoren verschärft, die um denselben begrenzten Pool an Expertise konkurrieren.
Die Kundengewinnung stellt eine ebenso erhebliche Barriere dar. Etwa 70 % der Gründer berichten von Schwierigkeiten beim Verkauf ihrer Lösungen an Unternehmenskunden, ein Wert, der im Vergleich zu früheren Jahren gestiegen ist. Die Umfrage stellt fest, dass zwar das Interesse potenzieller Käufer vorhanden ist, die Umwandlung dieses Interesses in tatsächliche Verträge für viele europäische Unternehmen jedoch schwierig bleibt. Diese Herausforderung ist besonders akut für Startups, die versuchen, komplexe Beschaffungsprozesse innerhalb großer Organisationen zu navigieren.
Die Kombination aus Talentmangel und Finanzierungsdruck treibt eine bemerkenswerte Verschiebung der Stimmung bezüglich des geografischen Standorts voran. Eine beträchtliche Anzahl der Befragten äußerte Offenheit für einen Verlagerung ihrer Aktivitäten in die Vereinigten Staaten, um besseren Zugang zu Ressourcen und Märkten zu erhalten. Die Umfrage ergab, dass 47 % der Gründer einen Umzug in die USA erwägen, wobei einige als Schlüsselfaktoren die Tiefe des amerikanischen Talentpools und die Reife seines Venture-Capital-Ökosystems nannten.
Darüber hinaus intensiviert sich das Wettbewerbsumfeld, da globale Akteure den europäischen Markt betreten. Der Bericht deutet darauf hin, dass europäische Startups zwar über starke technische Fähigkeiten verfügen, aber bei der Skalierung ihrer Operationen einen steilen Anstieg zu bewältigen haben, da sie nicht über denselben Grad an institutioneller Unterstützung verfügen wie anderswo. Da der Finanzierungsdruck zunimmt, wird die Fähigkeit, erstklassige Ingenieure anzuziehen und frühe Adopter zu sichern, wahrscheinlich darüber entscheiden, welche Unternehmen in dieser sich wandelnden Umgebung überleben und gedeihen können.
Quellen: Sifted.