Die italienische Regierungspartei Fratelli d’Italia (FdI) hat den Rückschlag der Republikaner bei den US-Zwischenwahlen als Warnung für Donald Trump und als Gelegenheit dargestellt, den konservativen Ansatz von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni zu bewerben. Die Regierung vermeidet jedoch direkte Kommentare zum Ergebnis und wartet ab, was Trump als Nächstes tut.

Ylenja Lucaselli, eine FdI-Abgeordnete und Vorsitzende der Fraktionsgruppe ihrer Partei im Haushaltsausschuss der Abgeordnetenkammer, sagte, das Ergebnis sollte Anlass sein, über Trump, die US-Politik und den ihrer Beschreibung nach mitunter übertriebenen Umgang mit Themen nachzudenken, die amerikanischen Wählern wichtig sind. Sie argumentierte außerdem, dass die Republikaner möglicherweise zu einer Version ihrer Partei zurückkehren wollten, die Trump ihrer Ansicht nach nicht repräsentiert hat.

Lucaselli sagte, die Art und Weise, wie der Konservatismus unter Meloni in Italien ausgelegt worden sei, weise in die Zukunft der Mitte-rechts-Parteien. Dieser Ansatz verbindet, wie im Bericht beschrieben, traditionelle rechte Themen wie Patriotismus, Familie und nationale Identität mit Pragmatismus.

Meloni hat sich nicht zu den Zwischenwahlen geäußert. Ihre Regierung nimmt öffentlich eine vorsichtige Haltung ein, während Vertreter des Palazzo Chigi die Vereinigten Staaten weiterhin als historischen und wertvollen Verbündeten bezeichnen. Auch der Sprecher von Forza Italia, Raffaele Nevi, sagte, die USA würden unabhängig davon, wer im Amt sei, ein strategischer Ansprechpartner bleiben.

Die Lesart der italienischen Rechten lautet, dass Trumps Exzesse politische Kosten verursacht hätten, das transatlantische Bündnis jedoch weiterhin wichtig sei. FdI präsentiert Melonis Position als alternatives konservatives Modell, ohne Roms erklärte Verpflichtung zur Einigkeit mit den Vereinigten Staaten zu ändern.

Quellen: Il Sole 24 Ore Italia.