Die Demokraten errangen bei den Zwischenwahlen in Texas einen historischen Sieg und gewannen einen Sitz im US-Senat sowie das Gouverneursamt in einem Bundesstaat, der lange als republikanische Hochburg galt. James Talarico besiegte den Republikaner Ken Paxton und wurde damit der erste Demokrat seit 1988, der einen Senatssitz in Texas gewann. Gina Hinojosa besiegte den amtierenden Gouverneur Greg Abbott und wird voraussichtlich die erste Latina an der Spitze des Bundesstaates. Die Republikaner hatten das Gouverneursamt seit 1995 inne.

„Wir haben Texas gerade zurückerobert“, sagte Talarico nach seinem Sieg zu seinen Unterstützern. Der ehemalige Lehrer, der 2018 erstmals in das Repräsentantenhaus von Texas gewählt wurde, stellte den Wahlkampf als Auseinandersetzung zwischen gewöhnlichen Texanern und mächtigen Interessengruppen dar. Auch Hinojosa feierte das Ergebnis und sagte, der Bundesstaat habe gezeigt, dass alles möglich sei. Menschen mit lateinamerikanischen Wurzeln machen fast 41 % der Bevölkerung von Texas aus.

Hinojosas Wahlkampf konzentrierte sich unter anderem auf das rasante Wachstum von Rechenzentren und der Technologiebranche des Bundesstaates. Sie warf Abbott vor, Milliardäre und die Interessen wohlhabender Technologieunternehmen gegenüber den Einwohnern zu bevorzugen, und argumentierte, seine Amtszeit habe das Leben in Texas teurer gemacht. Abbott war mit beträchtlichen Wahlkampfgeldern und prominenten Unterstützern, darunter Elon Musk und ein Ölmagnat, in den Wahlkampf gestartet.

Musk, der mehrere Unternehmenssitze und den Weltraumbahnhof Starbase in Texas hat, unterstützte laut dem Bericht auch Paxton mit mehr als 150 Millionen Dollar. Talarico erhielt unterdessen Unterstützung von Mitgliedern der Familie der ehemaligen republikanischen Präsidenten George W. Bush und George H.W. Bush.

Präsident Donald Trump hatte Texas bei der Präsidentschaftswahl 2024 mit 56 % der Stimmen gewonnen und wiederholt für Paxton Wahlkampf gemacht. Nachdem die Ergebnisse bekannt geworden waren, kritisierte Trump Abbott jedoch auf Truth Social und sagte, der Gouverneur hätte nicht verloren, wenn er nicht zu einem „RINO“, also einem „Republican in Name Only“ („Republikaner nur dem Namen nach“), geworden wäre.

Die Dallas Morning News bezeichnete das Ergebnis als Ende der langen Periode der Einparteienherrschaft in Texas. Der Bundesstaat sei weiterhin weitgehend konservativ, hieß es in dem Bericht, und es sei ungewiss, wie die Demokraten regieren würden.

Quellen: Handelsblatt.