Der DAX gewann am Donnerstagmorgen 0,4 % auf 25.981 Punkte und erreichte im frühen Handel einen Höchststand von 26.013 Punkten, nachdem Die Demokraten die US-Zwischenwahlen gewonnen hatten. Das Ergebnis entsprach weitgehend dem Szenario, das die Anleger erwartet hatten, und löste daher nur eine verhaltene Reaktion an den Märkten aus.

US-Präsident Donald Trump gratulierte den Demokraten und sagte, er werde sein Vetorecht nicht ständig gegen Gesetzesvorhaben einsetzen. Vor der Abstimmung hatten Analysten gewarnt, eine Zurückweisung des Ergebnisses könne politische Unruhen auslösen. Da die Demokraten in beiden Kammern des Kongresses über Mehrheiten verfügen, dürfte Trump in den letzten zwei Jahren seiner Amtszeit zu einer „Lame Duck“ werden.

Die möglichen Auswirkungen der Wahlen auf den Krieg im Iran blieben unklar. Die vor der Abstimmung geäußerten Befürchtungen, die Vereinigten Staaten und Israel könnten ihre Angriffe verstärken und dadurch die Öl- und Gaspreise in die Höhe treiben, hatten sich bislang nicht bewahrheitet. Brent-Rohöl zur Lieferung im Januar wurde zu etwa 104 US-Dollar je Barrel gehandelt und lag damit leicht über dem Niveau des Vortags, nachdem der Preis am Mittwoch kurzzeitig unter 101 US-Dollar gefallen war. Die US-Ölsorte WTI entwickelte sich ähnlich.

Die Anleger warteten außerdem auf die für 11 Uhr erwarteten Inflationszahlen aus der Eurozone. Analysten rechneten damit, dass die jährliche Inflationsrate erstmals seit September 2023 4 % oder mehr erreichen könnte. Hohe Energiekosten treiben die Ausgaben von Verbrauchern und Unternehmen im gesamten Währungsraum in die Höhe.

Unternehmensergebnisse prägten den Handel mit einzelnen Aktien. BMW meldete, dass der Umsatz im dritten Quartal um knapp 6 % und das Ergebnis vor Zinsen und Steuern um fast 30 % zurückgegangen sei. Grund dafür waren anhaltende Schwierigkeiten in China. Nachdem das Unternehmen bereits am Vorabend vor schwächeren Ergebnissen gewarnt hatte, bewegte sich seine Aktie kaum.

Auch die Fresenius-Aktie veränderte sich kaum, obwohl der Gesundheitskonzern erklärte, das stärkere Geschäft des Krankenhausbetreibers Helios und der Pharmasparte Kabi habe ihn zuversichtlicher für das Gesamtjahr gemacht. Vonovia stieg um 0,8 %, nachdem das Unternehmen für die ersten neun Monate höhere Mieteinnahmen und eine stärkere Entwicklung bei zusätzlichen Dienstleistungen gemeldet hatte.

Die Continental-Aktie legte trotz rückläufiger Umsätze um 5,8 % zu. Das Unternehmen sah sich mit steigenden Rohstoffkosten und einem schwachen Automarkt konfrontiert. Der Onlineportalbetreiber Scout24 stieg um 1,4 %, nachdem Wachstum in seinem gesamten Geschäft und Übernahmen zu einem optimistischeren Umsatzausblick geführt hatten; die Margenprognose blieb unverändert.

Die Artikelüberschrift meldete außerdem einen kräftigen Anstieg der Heidelberg-Materials-Aktie, doch der wiederhergestellte Text enthielt keine weiteren Einzelheiten zu dieser Kursbewegung.

Quellen: Handelsblatt.